Inklusion

„Du bist wertvoll und es ist schön, dass du anders bist als ich“, wie schon im Leitbild beschrieben, steht der positive und wertschätzende Umgang mit Heterogenität und die von unseren drei Maximen: Wertschätzung, Verantwortung und Gemeinschaft geprägte, inklusive Haltung an unserer Schule an oberster Stelle und betrifft alle an der GEMM Lehrenden, Lernenden und Arbeitenden.

Unser Verständnis von Inklusion

Wir unterscheiden nicht zwischen „Förderbedarf“ und „kein Förderbedarf“, sondern gehen davon aus, dass Einschränkungen oft lediglich abbaubare, system- und situationsbedingte Barrieren sind, die es jedem von uns schwer machen können, an einer Gemeinschaft teilzuhaben, gleichwohl wir in anderer Umgebung ganz wunderbar zurechtkommen würden. Demnach gestalten und leben wir Schule so, dass jeder seinem Recht auf Einzigartigkeit Ausdruck verleihen kann und sich dennoch von der Gemeinschaft getragen fühlt.

Es ist für uns selbstverständlich, dass Lerninhalte so aufbereitet werden, dass jede/r einen Zugang zum Lernthema findet und dass es individuelle Lernvereinbarungen für die gibt, die weitere Unterstützung benötigen.

Inklusiver Übergang von der Grundschule an die GEMM

Damit sich auch wirklich alle an unserer Schule willkommen fühlen und mit einem guten Gefühl ihren individuellen Lernweg bei uns starten können, beginnt unsere Arbeit bereits vor dem ersten Schultag der Schülerinnen und Schüler an der GEMM. Wir informieren uns ausführlich über die didaktischen Konzepte der abzugebenden Grundschulen und besuchen nach Möglichkeit viele Kinder zum Ende ihre Grundschulzeit. Gespräche mit den Grundschullehrerinnen und -lehrern über bisher erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten helfen uns dabei, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht. Mit einem Willkommensbrief laden wir noch vor den Sommerferien zu einem Kennenlernnachmittag an die Gesamtschule ein, wo sich alle zukünftigen Schülerinnen und Schüler, die zukünftigen Klassenlehrerteams  (feste Teams bis zur 10. Klasse) der Eingangsklassen sowie die Klassenpaten der Neuankömmlinge kennenlernen können.

Inklusive Klassenzusammensetzung

Hilfreich bei der Klassenzusammensetzung erweisen sich jedes Jahr die Gespräche, die wir mit allen Schülerinnen, Schülern und Erziehungsberechtigten bei der Anmeldung führen. So spiegeltjedeKlasse unserer Schule die bereichernde Vielfalt unserer Schülerschaft wieder. Rein organisatorisch begründet sich die leistungsheterogenste Zusammensetzung in den a- Klassen, in denen allen Schülerinnen und Schülern die umfangreichste, zusätzlich unterstützende Arbeit  der Sonderpädagogen zuteil wird. Ebenfalls, organisatorisch bedingt, haben wir zum Zeitpunkt lediglich in den a- Klassen Hörverstärkeranlagen installiert. Die Klassenstärke dieser Lerngruppen beträgt ca. 25 Schülerinnen und Schüler. Alle anderen Klassen im Jahrgang 5 haben 29 Schülerinnen und Schüler. 

Inklusives Lehren und Lernen

Um die Kinder zu Beginn des neuen Lebensabschnitts nicht zu überfordern, starten die fünften Klassen immer mit einer Woche Klassenlehrerunterricht, in der sie einander kennenlernen und erfahren, wie wertvoll Unterschiedlichkeit und wertschätzenderUmgang miteinander sein kann, was es heißt, für sich und andere Verantwortungzu übernehmen und was eine gute Klassengemeinschaftausmacht. Sorgen und Ängste werden in ersten Sitzungen im Klassenrat thematisiert und aufgefangen. Weiterführend wird der wertschätzende Umgang miteinander, schuljahresbegleitend durch einmal wöchentliches Soziales Lernen, unter der Leitung der Sozialpädagoginnen, gefördert. Neben den Klassenlehrern helfen die Klassenpaten der 5. Klassen, sich in den Gebäuden der GEMM zurechtzufinden und sie mit den Arbeitsformen unserer Schule vertraut zu machen. Wichtig ist uns dabei das sukzessive Heranführen an das selbständige Arbeiten im Lernbüro und kooperative Lernen in der Projektzeit sowie in den Fachstunden.Selbstverständlich stimmen wir diese Stunden auf die jeweiligen Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler ab, sodass alle gemeinsam an einem Lernthema arbeiten können und trotzdem jede/r Einzelne gefördert und gefordert wird. Kompetenzmatrixen oder „Ich-kann-Sätze“ helfen uns, den Unterricht so vorzubereiten, dass wir die Lerninhalte auf unterschiedlichen Kompetenzstufen anbieten und den unterschiedlichen Lerntypen gerecht werden können. Dabei sieht unser Konzept von Klasse 5 – 10 so viel gemeinsames Lernen wie möglich vor und baut dabei auf innere Fachleistungsdifferenzierung. Wichtig ist uns dennoch, den Schülerinnen und Schülern auch die unterstützende Arbeit in Kleingruppen oder in Einzelförderung anzubieten, wenn es die Umstände erfordern und wir auf diesem Weg Barrieren des Lernens abbauen können. Dieses Angebot richtet sich an alle, sowohl in den Fach- und Lernbürostunden als auch in der Projektzeit. Wir unterscheiden auch an dieser Stelle nicht zwischen Kindern mit und ohne diagnostizierten Förderbedarf.

Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen können sich im Rahmen des Begabungsförderungsprojektsengagieren. Diese Kinder arbeiten an selbst gewählten Themen unter der Anleitung von Lehrer/innen als Mentoren eigenverantwortlich im Selbstlernzentrum an der sogenannten „Lernbar“.  Als außerschulische Aktivitäten sind die Teilnahme an Wettbewerben und Univeranstaltungen geplant.  

Besondere Unterstützungs- und Förderbedarfe werden stets gemeinsam von Klassen- und Fachlehrer/innen (Regel- und Förderschulkolleg/innen) ermittelt und in Förderplänen fortgeschrieben. Spezifische Fördermaßnahmen werden in der Regel von unseren sonderpädagogischen Lehrkräften durchgeführt. Die Arbeit an den Lernplänen im Lernbüro bietet jede/r/m die hervorragende Möglichkeit, auf seinem/ihrem individuellem Kompetenzniveau zu arbeiten. Wenn notwendig, reduzieren oder erweitern wir die allgemeinen, in drei Kompetenzstufen gegliederten Aufgaben und bieten weitere Kompetenzstufen zum Erlernen desselben Themenbereiches an. 

In der Projektzeit arbeiten die Schülerinnen und Schüler in festen Tischgruppen und mit kooperative Lernformensodass jede/r die Möglichkeit hat, sich seinen/ihren Fähigkeiten entsprechend einzubringen. Das Gefühl, sich richtig und wichtig zu fühlen, erachten wir dabei als grundlegende Voraussetzung, um voneinander und miteinander lernen zu können. Ein Kanon diverser  Methoden und das Angebot in verschiedenen Sozialformen zu arbeiten macht das Lernen in den Fachstunden für alle Schülerinnen und Schüler attraktiv. Die Numbered heads als Teil unseres Claasroommanagements in allen Klassen helfen bei der Aufgabenzuteilung in der Projektzeit und im Fachunterricht.

Auch in den anderen Fächern achten und berücksichtigen wir die unterschiedlichen Voraussetzungen, die unsere Schülerinnen und Schüler mitbringen und bieten entsprechend weitgefächerte Zugänge zu den zu erlernenden Themen an. Dabei setzen wir in allen Stunden auf stärkenorientiertes, positives Feedback, welches das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen stärkt und ihnen Mut macht, sich mit neuen Zielen auseinanderzusetzen. Außerordentliche Leistungen z.B. im sportlichen oder musisch-künstlerischen Bereich werden auf der Versammlung der gesamten Schulgemeinde, der monatlichen Assembly, gewürdigt.

Folgende Qualitätsstandards haben wir für den Unterricht kurz gefasst formuliert:

  • Konstanz in den Klassen, d.h. die Schülerinnen und Schüler sowie das Klassenleitungsteam sind fest von Klasse 5 bis 10
  • Schüler mit und ohne Förderbedarf in allen Klassen
  • pro Jahrgang eine Lerngruppe mit zieldifferent zu beschulenden Schüler/innen
  • ein Klassen-Team von Regelschullehrer/in und Sonderpädagog/in
  • kooperative Lernformen
  • feste Tischgruppen
  • 2 „Fachstunden“ in den Kernfächern und Weiterarbeit an in sich differenzierten Lernplänen in der Lernbürozeit
  • pro Woche 6 Stunden Projektzeit in NW und GL von Klasse 5 – 8
  • mindestens je ein ausführliches Beratungsgespräch pro Quartal

 

Inklusive Leistungsbewertung

Natürlich nehmen wir auch bei der Leistungsbewertung Rücksicht auf die individuellen Voraussetzungen aller Schülerinnen und Schüler. Lerncheck enthalten daher Aufgaben auf verschiedenen Niveausund die mündliche Beteiligung im Unterricht wird nach inhaltlichem und individuellem Lernfortschritt bewertet und gegebenenfalls durch Nachteilsausgleiche oder angepasste Abfragen gerechter. Kinder mit zieldifferenten Förderbedarfen erhalten eine Zeugnis in Berichtform ohne Noten, alle anderen Schülerinnen und Schüler erhalten ein „normales“ Zeugnis mit zusätzlichen Bemerkungen zur Arbeit im Lernbüro. Alle Schülerinnen und Schüler der GEMM wissen, dass es normal ist, dass nicht jeder zeitgleich Gleiches leisten kann und freuen sich über persönliche Erfolge in ihrer Lernbiographie.

 

Inklusive Beratung

Neben der Lernberatung führen wir viele Gespräche innerhalb des Kollegiums und tauschen uns über die individuellen Befindlichkeiten und Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler aus. In multiprofessionellen Teams beraten wir, wie wir auch in besonders herausfordernden Fällen, durch geeignete Fördermaßnahmen, Barrieren für Lernen und Teilhabe einiger unserer Schülerinnen und Schüler abbauen können.

Schülerinnen und Schüler beraten wir einerseits wöchentlich in den Wochenausgangsstunden und ausführlich mit Hilfe des vorbereitenden Beratungsbogens an den Beratungstagen. Hierbei ist uns wichtig, dass Schülerinnen und Schüler sich selbst reflektieren, sich Ziele setzen und überlegen, wie sie diese erreichen können.

 

Inklusive Berufsvorbereitung

Um unsere Schülerinnen und Schüler gezielt bei der Berufswahl zu unterstützen, bieten wir unterschiedliche Wege an. So benötigt jede/r, seinen/ihren Bedürfnissen entsprechend, einen passgenauen Berufswahlfahrplan, mehr oder wenigster intensiv betreute betriebliche und überbetriebliche Praktika und Potenzialanalysensowie die individuelle Vor- und Nachbereitung dieser. Schülerinnen und Schüler mit zieldifferenten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen nehmen beispielsweise an der Potentialanalyse von KAOA der Reha-Beratung der Arbeitsagentur und einer schulinternen Projektgruppe teil. Sie werden außerdem entweder unterstützt durch Berufseinstiegsbegleiter/innen oder durch Maßnahmen in Zusammenarbeit mit „Lernen fördern“.  Auch an dieser Stelle bauen wir durch ein breites Angebot an Möglichkeiten Barrieren ab, um alle auf ihrem persönlichen Weg der Berufsfindung zu unterstützen. 

 

Inklusives Classroomanagement / Raumkonzept

Auch unser Raumkonzept  ist eine Antwort auf unsere inklusive Grundhaltung. Neben den fest installierten Classroommanagementaspekten, die allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule Struktur und Sicherheit bieten, gibt es Neben- und Differenzierungsräume,  Lerninseln und das Selbstlernzentrum, die das individuelle Arbeiten ermöglichen. So können alle  Schülerinnen und Schüler in Fach-, Projekt- und Lernbürostunden die zusätzlichen Räumlichkeiten nutzen, um, je nach Bedarf, leise und ungestört in Einzelarbeit zu lernen oder aber, um sich außerhalb der Klassen- und Fachräume in Gruppenarbeitsformen austauschen zu können. Je nach Bedarf können hier auch von Lehrkräften unterstützende Arbeitsformen angeboten werden. Über diese erweiterte Lernfläche hinaus, nutzen die Schülerinnen und Schüler gern die Flure und Treppenhäuser der Schule, um sich für besondere Lernvorhaben zurückzuziehen oder zu verabreden.

  

Inklusive Arbeitsstrukturen im Kollegium

Neben derzeit  62 Regelschullehrkräften und 6 Sonderpädagog/innen arbeiten drei Sozialpädagog/innen an unserer Schule. In vielen Teamsitzungen optimieren wir gemeinsam unser Lehr-und Lernangebot und profitieren gewinnbringend von unseren unterschiedlichen Professionen.  Wir treffen mehrfach in der Woche Absprachen innerhalb des Klassenteams und  tagen regelmäßig in  Jahrgangs- und Fachteams. Aktuelle Geschehnisse werden diskutiert, gemeinsame Planungen vorangetrieben, Unterrichtsinhalte aufbereitet, Lernpläne geschrieben usw.  Darüber hinaus treffen wir uns regelmäßig, auch mit Eltern und Schülerinnen und Schülern der Schule in Arbeitskreisen, um das Lehren und Lernen an unserer Schule zu reflektieren, zu evaluieren und zu optimieren.

Viele Unterrichtsstunden werden von unseren Regel-und Sonderpädagog/innen gemeinsam gestaltet.  So ergeben sich verschiedene Unterrichtsformen des Teamteachings, die wiederum passgenau auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst werden. Mal unterrichten die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam, mal werden Kleingruppenarbeiten angeboten und ein weiteres Mal unterrichtet eine Lehrkraft, während die andere das Unterrichtsgeschehen und das Lehrverhalten reflektiert.

Außerdem werden die Kolleginnen und Kollegen von derzeit 13 Schulbegleiter/innen unterstützt, die einzelnen Schülerinnen und Schülern helfen, barrierefreier am Schulleben teilhaben zu können. Dies kann neben den unterschiedlichsten Lernsituationen auch in Pausenzeiten wichtig sein. Selbstverständlich nehmen auch die Schulbegleiter/innen an unseren Teambesprechungen teil. Wir nehmen zurzeit an einem Pilotprojekt teil, dass diese Schulbegleiter/innen nicht fest an eine/n Schüler/in bindet, sondern alle Schulbegleiter/innen zu einem „Schulpool“ zusammenfasst, in dem mehrere Schulbegleiter/innen mehrere Schüler/innen begleiten und so deutlich flexibler in verschiedenen Situationen gesteuert und Bedarfe abgedeckt werden können.

Verbindliche Qualitätsstandards kurz gefasst sind:

  • Verantwortung für gemeinsames Lernen liegt bei allen Kolleg/innen
  • feste Teams
  • verbindliche Teamzeiten in der Jahresplanung
  • die im Team erarbeiteten Lernpläne beziehen alle Schüler/innen mit ein
  • besondere Unterstützungsbedarfe für einzelne Schüler/innen werden vom Klassenteam analysiert und in Förderplänen fortgeschrieben

 

Inklusives Vertretungskonzept

Unsere klare Struktur, die gemeinsame Unterrichtsvorbereitung und der kontinuierliche, reflektierende Austausch in den Teams ermöglicht es uns, auch in Vertretungssituationen, sowohl in den Lernbüro- als auch in den Fach- und Projektzeitstunden, passgenauen Unterricht zu gewährleisten. Durch die Einrichtung eines schulinternen Schulbegleiterpools erhalten auch die Kinder mit besonderen Ansprüchen jederzeit zusätzliche Unterstützung.

 

Inklusive Führung und inklusives Management

Um dem inklusiven Ideal barrierefreier Teilhabefür alle an der Schule Lernenden, Lehrenden und Arbeitenden täglich ein Stückchen näher zu kommen, ist es für uns selbstverständlich, dass sich alle mit wertschätzender, verantwortungsbewusster und gemeinschaftsorientierterHaltung für diesen Entwicklungsprozess verantwortlich fühlen. Dennoch halten wir es für unverzichtbar, die Steuerung des Gesamtprozesses zu bündeln und koordinierende Ansprechpartner und Verantwortliche festzulegen. So steht Werner Schlöpkerals Schulleitungsmitglied für alle Fragen rund um das Thema Inklusion zur Verfügung. Weitere Ansprechpartner sind Anja Bittihn(Regelschullehrkraft und Inklusions-Moderatorin des Kompetenzteams für den Kreis Steinfurt) und Walter Ciuraj(Sonderpöädagoge und SekII-Lehrkraft), die den Arbeitskreis Inklusion der Schule leiten und koordinieren. Zu dieser Runde treffen sich mehrfach im Halbjahr das lehrende Personal der a- Klassen (Tandems aus Regel- und Sonderpädagog/innen), Sozialpädagoginnen und Schulbegleiter/innen, die Schulleitung und alle am konstruktiven Austausch Interessierten. Zu besprechende Tagesordnungspunkte werden prozessorientiert gewählt und inhaltlich vorangetrieben. Bedarfe werden von allen am Schulleben Beteiligten ermittelt und von der Arbeitskreisleitung priorisiert. Die langjährigen Erfahrungen des multiprofessionellen Teams an unterschiedlichsten Schulformen ermöglicht dabei eine umfassende Sicht auf mögliche Barrieren, die es im inklusiven Schulleben abzubauen gilt. Fest in die Sitzung etabliert sind deshalb auch Fallbesprechungen, in denen alle Kolleginnen und Kollegen gemeinsam individuelle Wege des Barriereabbaus für einzelne Schülerinnen und Schüler beratschlagen.

Darüber hinaus ist Kira Högemannals Kraft der Lebenshilfe koordinierend für den reibungslosen Einsatz und die wöchentlichen Teambesprechungen der Schulbegleiter/innen zuständig.

Prozesse und Ergebnisse der Arbeitskreis- und Teamsitzungen werden regelmäßig in den Lehrerkonferenzen vorgestellt und gegebenenfalls konstruktiv diskutiert, um schlussendlich, von allen getragen, im Schulkonzept implementiert zu werden.

Wegbegleitend nehmen alle Kolleg/innen an schulinterne Fortbildungen zum Thema Inklusion teil. Zudem besuchen Kolleginnen und Kollegen regelmäßig Arbeitskreise der Bezirksregierung zum Thema Inklusion, um sich mit Pädagoginnen und Pädagogen anderer Schulen gewinnbringend auszutauschen. 

 

Inklusive außerschulische Kooperationen

Da inklusiv gelebte Systeme nur von guten Kooperationsstrukturen getragen werden können, arbeiten wir als Referenzschule im Netzwerk Zukunftsschulen und Zentren für Begabungsförderung. Darüber hinaus stehen wir in engem Kontakt zu den Inklusionsfachberatern der Stadt Münster, dem Verein SeHT (Verein für SelbstHilfe, Begleitung und Beratung von Familien mit Kindern und Heranwachsenden, die Besonderheiten in der Entwicklung im Sinne von Teilleistungsschwächen haben), der Schulpsychologischen Beratungsstelle, der „Schule an der Beckstr.“ (Die „Schule an der Beckstr“ist ein schulischer Lernort für Schüler/innen mit besonders Bedarf an Förderung im Bereich emotionaler und sozialer Entwicklung in Trägerschaft der Stadt Münster),der Münsterlandschule (Förderschule – Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation), der Irisschule (Förderschule – Förderschwerpunkt Sehen), dem ICBF (Internationales Centrum für Begabungsforschung der Universität Münster) und anderen Schulen.

 

Inklusive Evaluation

Obwohl die Qualitätsanalyse des Landes NRW (externe Evaluation der Schul- und Unterrichtsentwicklung) im Jahr 2015 an unserer Schule ergab: Inklusionwird an der Schule in sehr hohem Maße realisiert. Durch ihre Arbeitsstrukturen und Vereinbarungen steuert und sichert die Schule den Kompetenzerwerb der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf sehr gelingend.“reflektieren wir, angeregt durch den Fragenkatalog des Indexes für Inklusion, die bestehenden Strukturen, Praktiken und Kulturenunserer Schule fortlaufend, wohlwissend, dass absolute Inklusion immer ein Ideal bleiben wird, wir uns aber der positiven Ressource von Unterschiedlichkeit bewusst sind und uns wertschätzend, verantwortungsbewusstund gemeinsamauf den Weg gemacht haben, dem Ziel täglich ein Stückchen näher zu kommen.

Die Punkte „durchgängige Sprachbildung“ sowie „Feste, Wettbewerbe, Theater,…“ werden noch verschriftlicht.

 

 

Inklusion mit hörgeschädigter Schüler/innen

In der Gesamtschule Münster Mitte lernen in allen Jahrgangsstufen schwerhörige Schüler/innen gemeinsam mit normalhörenden Schüler/innen. Einige dieser hörgeschädigten Schüler/innen haben sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf und werden von einer Lehrkraft der Münsterlandschule, LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation begleitend betreut.

Wichtige förderliche Rahmenbedingungen für das erfolgreiche Lernen dieser Schüler/innen werden umgesetzt. Diese betreffen die räumliche Bedingungen, das Kommunikationsverhalten, die Unterrichtsmethodik, die Leistungsbewertung (Nachteilsausgleich), die Kooperation der  beteiligten Lehrkräfte untereinander und die Zusammenarbeit mit den Eltern sowie weiteren beteiligten Personen.

Räumliche Bedingungen:

  • Die hörgeschädigten Schüler/innen lernen in Klassenräumen mit optimierter Raumakustik.
  • Die Schüler/innen können in selbstständigen Arbeitsphasen einen ruhigen Nebenraum aufsuchen.
  • Die Sitzplätze für die hörgeschädigten Schüler/innen werden so ausgewählt, dass sie einen Blickkontakt zu möglichst vielen Sprechern (Lehrer/innen und Mitschüler/innen) haben und in einer ruhigen Tischgruppe sitzen. Bei Bedarf wird ein/e Tischnachbar/in als offizielle/r Lernpartner/in ausgewählt, der/die immer gefragt werden kann und Erklärungen geben darf.

 

Kommunikation:

  • Die Mitschüler/innen und Lehrkräfte werden über die möglichen Folgen einer Hörschädigung informiert und für die kommunikativen Bedürfnisse Hörgeschädigter sensibilisiert. Dabei haben die hörgeschädigten Schüler/innen als Experten für ihre Hör- und Lernsituation nach Möglichkeit eine aktive Rolle.
  • Eine Gesprächskultur innerhalb der Klassen wird gepflegt, indem auf die Einhaltung der zuvor gemeinsam erarbeiteten Gesprächsregeln geachtet wird.
  • Eine SoundField-Anlage wird regelmäßig im Klassenunterricht eingesetzt, die für eine gleichmäßige Übertragung der Stimme des Sprechers im Raum sorgt. Dabei wird nicht nur die Lehrersprache den Nebengeräuschen im Raum angepasst, sondern über das Handmikrofon auch die Schülerbeiträge.

Unterrichtsmethodik:

  • Visualisierung ist ein wichtiges Unterrichtsprinzip.
  • Themenwechsel im Unterricht werden angekündigt, denn hörgeschädigte Schüler/innen benötigen zum Verständnis den Kontext.
  • Hörpausen werden eingeplant, damit auf zuhörintensive Lernphasen ruhige Stillarbeitsphasen folgen.

Leistungsbewertung:

  • Bei Bedarf wird ein individueller Nachteilsausgleich bei der Leistungsbewertung gewährt. Dieser betrifft z.B. die Veränderung der Aufgabenstellung bei Hörverstehensaufgaben, die Bewertung der Aussprache im Fremdsprachenunterricht oder die Nichtbewertung von sogenannten „Hörfehlern“ in schriftlichen Arbeiten (u.a. das Weglassen von Wortendungen, die Verwechslung ähnlich klingender Lauteoder die Anwendung von Rechtschreibregeln aufgrund von Vokallängen)

Zusammenarbeit:

  • Die Klassen-, Fach- und Sonderschullehrer/innen der GeMM tauschen sich regelmäßig mit der Sonderschullehrkraft der Münsterlandschule aus und treffen Absprachen zur Förderplanung. Sie nehmen an gemeinsamen Fortbildungen und Arbeitskreisen teil.
  • Die unterrichtenden Lehrer/innen sind im regelmäßigen Austausch mit den Eltern, bei Bedarf auch mit Akustikern, Therapeuten, Ärzten, Ämtern und Behörden.
  • Die sonderpädagogische Unterstützung der hörgeschädigten Schüler/innen erfolgt im Klassenunterricht, in der Kleingruppenförderung und in der Einzelförderung sowie im Rahmen von Begegnungstagen (Peergroupangeboten) in der Münsterlandschule. Als Orientierung dienen die vom „Arbeitskreis Gemeinsames Lernen mit Hörgeschädigten in NRW“ entwickelten „Curricularen Leitlinien“, die folgende Themenbereiche aufführen:
  • Sprache
  • Technik und Anatomie
  • Arbeits- und Kompensationsstrategien
  • Identitätsentwicklung